Faszientraining

Was ist Faszientraining?

Mehr als ein Workout für das Bindegewebe

Faszien finden sich überall in unserem Körper und sind feine, zähe bindegewebige Häute. Jedem, der schon einmal Fleisch zubereitet hat, sind diese milchig-weißen Häute, die das rohe Steak umhüllen, schon einmal aufgefallen. Faszien halten die Organe und Muskeln an seinen Platz. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Muskeln, aber auch die Organe aneinander gleiten können. Sie dienen als Stoßdämpfer und sind wichtig bei der Kraftübertragung.

faszien

Faszien brauchen Bewegung

Wir strapazieren das fasziale Netzwerk durch beispielsweise unnatürlich langes Sitzen oder permanente Smartphone-Haltung. Durch zu wenig Bewegung verkleben unsere Faszien schnell und es kommt zu Problemen! Die Beweglichkeit des Gewebes ist von elementarer Wichtigkeit, damit zum einen die Schutzfunktion und zum anderen die Bindefunktion stark genug bleibt.

Faszien schützen vor Verletzungen

Ein gutes, gesundes Faszien-Netz sichert die Wirbelsäule und Gelenke. Es sorgt für höhere Leistungsfähigkeit und weniger Verletzungen. Sind die Faszien elastisch und geschmeidig, wird die Gefahr von Verletzungen verringert, wie z.B. Bänderrisse, Muskelzerrungen oder Sehnenreizungen. Verhärtete Faszien erhöhen dagegen die Verletzungsanfälligkeit. Deshalb trainieren immer mehr Leistungssportler regelmäßig ihre Faszien und halten sie dadurch elastisch und geschmeidig.

faszien

Faszien beeinflussen die Beweglichkeit

Auch für die Gesamtbeweglichkeit spielen Faszien eine wichtige Rolle. Durch falsche Ernährung (zu wenig Flüssigkeit), Stress, Operationen oder Schonhaltungen verkürzen und verhärten sich Faszien. Sie werden im Körper umgebaut. Gut dehnbare Elastinanteile werden durch das zähe, kaum dehnbare Kollagen ersetzt. Die Folge: Der Grundtonus erhöht sich, die Gleitfähigkeit nimmt ab. Der Bewegungsspielraum der Muskulatur und der Gelenke wird dauerhaft und oftmals schmerzhaft eingeschränkt.

Faszien sind wichtig für die Kraftentfaltung

Faszien erzeugen durch Dehnspannung Kräfte und leiten diese im Körper weiter. Sie dienen als Energiespeicher. Eine elastische, geschmeidige Faszie nimmt wie ein Kraftwerk Energie auf und setzt sie wieder frei. Dadurch entsteht ein „Katapult-Effekt“: Die Kräfte werden mit geringem Energieaufwand weitergeleitet. So sind beispielsweise die weiten Sprünge von Kängurus oder Gazellen überhaupt möglich. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kraftentfaltung zu 20-30 Prozent über die Muskeln und zu 70-80 Prozent über die Faszien erfolgt. Je elastischer die Faszien sind, desto mehr Kraft können sie erzeugen und übertragen.

Wie kann ich meine Faszien trainieren?

Wie bereits erwähnt, ist regelmäßige Bewegung wichtig, um die Faszien in einen guten Zustand zu versetzen und den Körper geschmeidig zu machen. Am besten trainiert man die Faszien unter fachlicher Anleitung. Im Fokus steht dabei die Stimulation des Bindegewebes mit dem Ziel, ein gesundes und wellenförmiges Fasziengewebe aufzubauen bzw. zu erhalten.

faszien

Problem „Smartphone-Nacken“

Durch die gebückte Haltung lasten durch den Kopf auf Muskeln und Knochen bis zu 27 Kilogramm, im Vergleich beim aufrechten Gang nur vier bis fünf Kilogramm. Neben der drohenden Gefahr eines Bandscheibenschadens an den Nackenwirbeln schadet die unnatürliche Haltung auch den Faszien. Auch hier kann gezieltes Training kann helfen!